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Orgelvorführungen in der Ferienzeit

Ungewohnte Melodien spielte jetzt Organistin Siegrid Jentzsch auf der Arp Schnitger Orgel in Cappel. Nicht etwa Klassik von Bach oder Buxtehude standen auf dem Programm. Stattdessen gab es Musik aus Film und Musical zu hören.

In den Sommermonaten bietet die Kirchengemeinde Cappel jeden Donnerstag um 18 Uhr eine kurze Andacht mit anschließender Präsentation des hochbarocken Kunstwerks an, das man eigentlich so nicht in einer kleinen Dorfkirche erwartet. „Memory“ aus dem Musical Cats oder „Moon River“ aus dem Film Frühstück bei Tiffany leiteten die kleine Musikstunde ein. Der Vorsitzende des Cappeler Arp Schnitger Fördervereins Gerhard Primus-Frerichs führte die rund 30 Gäste kurzweilig in die spezielle Thematik ein. Die Orgel ist eine der am besten erhaltenen und wertvollsten der noch existierenden Orgeln aus der Werkstatt des Großmeisters der deutschen Orgelbaukunst Arp Schnitger. 1680 eigentlich für die Kirche des St. Johannis- Klosters in Hamburg erbaut, wurde die Orgel in den Wirren der napoleonischen Kriege 1816 an die Gemeinde Cappel verkauft. Einige der Register seien noch älter und stammten sogar aus dem 16. Jahrhundert, berichtete Primus-Frerichs. „Love me tender“ und „One moment in time“ zeigten, dass sich auch Popsongs auf der Orgel gut anhören. Glücklicherweise hätten es die bescheidenen Mittel der Cappeler Kirchenkasse nicht erlaubt, mehr als die allernötigsten Reparaturen durchzuführen, erläuterte Primus-Frerichs den Zuhörern. So sei diese Orgel Arp Schnitgers unverändert erhalten geblieben und damit Zeitzeuge des Klangs der damaligen Orgelbaukunst. Bevor dann noch “Time to say goodbye” zum Abschluss erklang, hatte Siegrid Jentzsch noch ein besonderes Lied für die Kinder mitgebracht. Der allseits bekannten Pippi Langstrumpf Song „Zwei mal Drei macht Vier, widdewiddewitt und Drei macht Neune“ wurde sogar von einigen Erwachsenen mitgesummt. Ein zartes „Danke“ schickte anschließend der vierjährige Marten aus Faßberg zur Empore.