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Kantatenchor St. Marien aus Rendsburg

Arp Schnitger Orgel in Cappel

Cappel. Eine besinnliche Stunde bescherte der Kantatenchor St. Marien aus Rendsburg seinen Zuhörern jetzt in der St. Peter und Paul-Kirche in Cappel. Im Wechselspiel mit der Arp Schnitger Orgel sorgten die 53 Sängerinnen und Sänger für einen exzellenten Hörgenuss in der kleinen Dorfkirche.

Schon lange ist es zur Tradition geworden, dass Orgelliebhaber aus der gesamten Region vier Mal im Jahr nach Cappel strömen. Beim dritten Konzert des Jahres war jetzt der der Kantatenchor St. Marien aus Rendsburg zu Gast. Auf ihrer Konzertreise nach Bremen machten die Rendsburger in Cappel halt.
„Ich wollte schon immer die berühmte Arp Schnitger Orgel einmal sehen und hören“, betonte der Leiter des Chors Volker Linhardt in seiner Begrüßung. Ein buntes Programm vom 15. bis ins 20. Jahrhundert erwartete die Zuhörer. Leider hatten diesmal nur eine sehr übersichtliche Schar von Konzertbesucher den Weg in die Cappeler Kirche gefunden. „Schade, dass nicht mehr Zuhörer gekommen sind, sie verpassen heute etwas ganz Großartiges“, bedauerte dies der Vorsitzende des Fördervereins der Arp Schnitger Orgel Gerhard Primus-Frerichs. Neben Beiträge auf der Arp Schnitger Orgel von barocken Meistern, wie Vincent Lübeck und Bach präsentierte der Chor einen imposanten Querschnitt von Heinrich Schütz über Orlando die Lasso bis hin zu Louis Lewandowski. Die Arp Schnitger Orgel spielte Kreiskantor Timo Corleis. Da Linhardt im Vorwege die Besonderheiten der Musik erläuterte, machte es auch Laien Spaß, dem Programm zu folgen. Der Kantatenchor bot Psalmvertonungen unter anderem von Carl Loewe, Louis Lewandowski, Maurice Duruflé, Heinrich Rinck und Karl Jenkins. Ein breites Spektrum bekannter Kirchenmusik von „Abend wird es wieder“ bis „Cantate Domino“ und als Zugabe dann ein bewegendes und nachhallendes „Der Mond ist aufgegangen“ gehörte ebenfalls zum Repertoire. „Ich habe das „Cantate Domino“ noch nie so eindringlich und mit Gänsehautfaktor gehört“, meinte Milda Bartels aus Hamburg anerkennend nach dem Konzert. Auch Rolf Münsterberg aus Bremerhaven war begeistert. Allerdings sei es bedauerlich gewesen, dass Louis Lewandowskis „Halleluja, lobet Gott in seinem Heiligtum“ nicht zusammen mit der Orgel erklang. Linhardt hätte ja vorher geschwärmt, dass dieser Psalm 150 etwas ganz besonderes sei. Lewandowski wirkte ab 1866 als Chorleiter in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin. Durch den Umstand, dass es hier eine Orgel gab, gelang ihm eine völlige Neuerung in der jüdischen Sakralmusik. Er entwickelte eine neue Liturgie mit Orgelbegleitung für den jüdischen Gottesdienst. Im Anschluss des Konzertes hatten die Besucher im Organistenhaus Gelegenheit, noch ein bisschen „Nachzusitzen“ und den musikalischen Abend zusammen mit den Chormitgliedern im Gespräch ausklingen zu lassen. Fleißige Helfer hatten diesmal sogar ein opulentes Kaltes Buffet für alle Konzertgäste und Chormitglieder aufgebaut. ul

Auf einen Blick
Das Adventskonzert 2018 findet am 8. Dezember um 16 Uhr statt. Die Arp Schnitger Orgel im Dialog mit dem Ensemble Marais Consort steht dann auf dem Programm. Kartenbestellungen sind unter Telefon 04741-1402 oder karten@arp-schnitger-orgel-cappel.de möglich.